Zwei Wochenenden im Mai

Eigentlich hĂ€tten es ja drei Wochenenden werden sollen, aber alles konnte ich dann doch nicht unter einen Hut bringen. DafĂŒr ist der Vergleich wesentlich schöner zu ziehen, da es zwei gleiche Bewerbe (Halbdistanz) mit komplett unterschiedlichen Parametern waren. Los geht’s.

Ironman 70.3 in Mallorca als grĂ¶ĂŸter 70.3 Bewerb weltweit mit 1,9km Schwimmen im Meer, 90km am Leihrad und 21.1km grĂ¶ĂŸtenteils direkt am Strand.

 

Ironman 70.3 in St. Pölten als außergewöhnlichster weltweit mit 1,9km Schwimmen in zwei Seen, 90km auf der schönsten Radstrecke Europas und 21.1km ĂŒber Feldwege und durch die Innenstadt.

 

Eines gleich vorweg, beides sind großartige Bewerbe und können einfach nur jeder und jedem ans Herz gelegt werden. Mallorca im FrĂŒhjahr gemeinsam mit der Familie kann schon sehr viel und ist eine tolle Abwechslung. Aber jetzt der Reihe nach bzw. im direkten Vergleich die einzelnen Disziplinen.

 

Schwimmen in Mallorca findet logischerweise im Meer statt. Alcudia mit seinen unglaublich langen StrĂ€nden bietet hier das perfekte Setup. Einziges kleines Manko hier waren die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen fĂŒr die Jahreszeit, obwohl es am Renntag selbst schon sehr ordentlich heiß wurde. Dementsprechend kĂŒhl (bzw. fĂŒr mein Empfinden kalt) war das Meer auch. Nachmittags beim Einschwimmen kein Problem, am nĂ€chsten Tag in der FrĂŒh wurde mein sensibler Körper wieder an seine momentanigen Grenzen gefĂŒhrt. Keinen Rhythmus gefunden und immer wieder Probleme beim Atmen, da ich einen Pulsschlag hart an der Grenze zum Herzinfarkt hatte. Auch wenn man weiß, dass sich das alle nur im Kopf abspielt, ist es schwierig wĂ€hrend des Schwimmens in den Griff zu bekommen. Irgendwann ist aber alles vorbei und meiner Frau und Kleinkind noch in KĂŒsschen am Strand gegeben und dann ab in die unglaublich lange Wechselzone.

 

Aufgrund der Erfahrungen in Mallorca habe ich das Internet gefragt, was Warmduscher wie ich machen können und der beste Tipp war zuerst das Gesicht mit dem “kalten” Wasser in BerĂŒhrung bringen und danach erst den Rest des Körpers. Also machte ich mich in St. Pölten kurz vor dem Start meiner Welle auf zum See und spritzte mir literweise Wasser ins Gesicht. Was soll ich sagen? Es hat funktioniert, ich bin so ruhig und angenehm wie noch nie zuvor geschwommen und wenn das mit der Richtung auch noch klappt (Danke an die Wasserrettung, die mich wieder auf den richtigen Weg brachte), dann wird die Zeit noch besser sein. Wie schon oben geschrieben, nach ca. 1000 Meter gibt es einen Landausstieg und einen kurzen Lauf zum zweiten See. FĂŒr uns Athleten speziell und auch fĂŒr die Zuschauer, die sich sicherlich ĂŒber den eigenartigen Laufstil der meisten sehr gewundert haben. Meine Zeit war knapp ĂŒber 45 Minuten und somit wesentlich besser als in Mallorca.

 

Transition 1 war in Alcudia und St. Pölten ohne Probleme und ohne wesentliche Ereignisse. Die Stimmung war in St. Pölten besser und ich wusste “mein” Rad wartet auf mich.

Und da sind wir schon beim Radfahren. In Mallorca hab ich mir ein Leihrad organisiert, weil ich dachte fĂŒr die 90km und die vielen Höhenmeter reicht eh ein normales Rennrad. Well yes … not! TT Bike ist TT Bike und dein Rad ist dein Rad. Prinzipiell war es ok, aber in den Details waren die Unterschiede klar zu spĂŒren. Außerdem tat mir nach rund 60km aufgrund der etwas anderen Sitzposition mein RĂŒcken ziemlich weh und ich war eigentlich nur mehr froh endlich vom Rad steigen zu dĂŒrfen. Sorry lieber Eddy Merckx, du machst sicher gute RĂ€der, aber da mĂŒssten wir uns wahrscheinlich lĂ€nger kennenlernen. Die Radstrecke ist absolut top und sehr eindrucksvoll. Höhenmeter gibt es auch zum Sammeln, doch leider sind die Abfahrten sehr kurz und voll mit Spitzkehren. Dort Zeit gut zu machen ist fast nicht möglich, aber das haben mir schon viele Leute vorher gesagt.

Die Radstrecke in St. Pölten kannte ich ja schon von meinen ersten beiden Teilnahmen. Zuerst ĂŒber die Autobahn und dann der erste Anstieg nach Krustetten. Leider gab es leichten Gegenwind auf der S33 und so war es nichts mit absolutem Topspeed. Der Rest war eigentlich sehr gut und mein kleines Ziel, diesmal die Sub3 zu knacken schaffte ich auch, ohne mich am Ende absolut verausgaben zu mĂŒssen. Auch der Anstieg nach Gansbach ging gut wie immer und die Stimmung am “Berg” war absolut top, danke an alle Zuschauer die hier am Strassenrand sich die Seele aus dem Leib geschrien haben.

Transition 2 war sowohl in Alcudia als auch in St. Pölten ziemlich flott. Alle Sackerl gleich gefunden und schon ging es auf die jeweilige Laufstrecke.

Beim Laufen hatte ich zweimal das große “GlĂŒck” um die Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein in das Abenteuer Halbmarathon zu starten. WĂ€rme macht mir eigentlich nichts aus, doch war die jeweilige Hitze natĂŒrlich eine andere Sache. Um die 28 Grad und wenig Schatten sind nicht gerade die besten Bedingungen, aber mir noch lieber als zum Beispiel strömender Regen. Die Taktik war klar, trinken, trinken und nochmals trinken. Lieber ein paar Sekunden verlieren, als irgendwo zwischen den Verpflegungsstationen einzugehen. Bei meiner ersten Halbdistanz in St. Pölten 2015 habe ich den Halbmarathon in 1:50 erledigt. Danach ist mir diese Zeit nie mehr gelungen und sogar die zwei Stunden waren kaum erreichbar. Woran das lag weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber diesmal klappte zumindest das Minimalziel in St. Pölten mit einer Zeit von ca. 1:58 (Mallorca ca. 2:03).

 

Eine Finishline kann so etwas schönes sein. In Alcudia lag sie direkt am Strand, rechts das Meer und wohl schönsten 100 Meter an diesem Tag. Herrliche Kulisse und ein nach 6:25:xx war ich im Ziel. Keine tolle Zeit, aber unten den oben geschriebenen Bedingungen beim Schwimmen und Radfahren eigentlich ganz gut. Auf jeden Fall ist noch Luft noch oben und vielleicht komm ich ja wieder. In St. Pölten schaute ich erst am Beginn des letzten Kilometers auf meine Uhr und stellte voller Freude fest, dass ich wohl klar unter sechs Stunden bleiben werde. Davon beflĂŒgelt verschĂ€rfte ich das Tempo und begann mir eine schöne Position beim Zieleinlauf zu sichern. Da es bei mir selten um den Sieg geht, schau ich immer darauf möglichst alleine durch das Ziel zu laufen, damit die Fotos auch was werden und nicht irgendein jubelnder Arm in meinem Gesicht ist. Also, Position gewĂ€hlt und dann Ausschau nach dem St. Pölten Bonus gehalten. Bernie Weihsinger, die österreichische Stimme aller Ironman machte schon den ganzen Tag super Stimmung wo immer er auch war, sondern macht auch fĂŒr jeden auch den Zieleinlauf zu einer grandiosen Sache. Wenn du auf den letzten Metern deinen Namen durch die Lautsprecher hörst, anfeuernde Worte, mit Bernie abklatschen und dann ĂŒber die Ziellinie lĂ€ufst, dann war es ein gutes Rennen. Bonus war meine persönliche Bestzeit in 5:53:xx.

 

Das war also der Mai, das waren die Vorbereitungsrennen fĂŒr Klagenfurt und nun sind es noch knapp 5 Wochen bis Klagenfurt. Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Ich freu mich auf jeden Fall, auf den Ironman mit all den Anstrengungen und der (hoffentlich) Freude am Ende und die Woche danach, die wir noch am Wörthersee verbringen werden.

 

Im Juni stehet noch der Priderun Vienna, die X Cross Business Challenge am 14. und der Run am 16. am Programm und die zwei werde ich gemeinsam mit der Familie und Freunden genießen.

Look Good Race Hard und Hakuna Matata.

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